Anzeige

Wer frühzeitig auf den Einsatz von Photovoltaik-Anlagen gesetzt hat, wurde lange Zeit mit der garantierten EEG-Einspeisevergütung für den produzierten Strom entlohnt. Für die PV-Anlagen der ersten Generation läuft diese Garantie nun ab. Ab 2021 sollen laut Bundesverband der Solarwirtschaft 10.000 bis 15.000 Photovoltaik-Anlagen aus der gesetzlichen Vermarktung des EEG herausfallen. Was tun, was passiert wenn die Einspeisevergütung ausläuft? 

Wann fällt die Einspeisevergütung für den Solarstrom weg? 

Die EEG-Einspeisevergütung für Strom aus Photovoltaik-Anlagen ist 20 Jahre lang festgeschrieben, zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme (anteilig). Danach endet die Förderung, wodurch der finanzielle Ertrag für die Photovoltaik-Anlage deutlich sinkt.

Was tun? Für Kleinanlagen besonders lukrativ: Solarstrom selbst nutzen

 Eigenverbrauch heißt das Zauberwort speziell für kleine Anlagen auf dem privaten Hausdach des Einfamilienhauses: Soweit noch nicht umgesetzt ist im Idealfall lediglich ein kleiner Umbau am Stromzähler notwendig.

Finanziell sind die 20 Jahre laufenden PV-Anlagen bereits abgeschrieben aber weiter funktionsfähig. Je nach Anlage und Detail-Kalkulation können für die zukünftige Nutzung für Kosten von ca. zwei bis vier Cent pro Kilowattstunde (kWh) kalkulieren kann, zuzüglich 2,7 Cent pro kWh EEG-Umlage. Stand 2020 werden für PV-Anlagen nach der 20-Jahre Frist 40 Prozent der EEG-Umlage veranschlagt. Zusammen sind das ca. 5,5 Cent pro kWh Stromkosten im eigenen Haus. Das schlägt jedes Nutzungsentgelt bei Stromanbietern deutlich. Abhängig von  der Anlagengröße kann der selbst produzierte Strom so direkt zwischen 20 und 30 Prozent des Eigenstromverbrauchs decken.

Zusätzlich: Ist der Einbau eines Stromspeichers sinnvoll?

Das Problem bei der Eigennutzung des selbst produzierten Solarstroms ist natürlich die gleichzeitige Nutzung. Scheint die Sonne, ist der aktuelle Strombedarf im Haus oft gering, abends aber umso höher. Die Installation eines Stromspeichers im Keller kann sich mittelfristig rechnen. Allerdings ergibt sich Stand 2020 noch eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die eher für einen kleineren Speicher spricht. Auch dieser kostet noch einige Tausend Euro. Mit dem könnten dann ca. 50 bis 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms effektiv genutzt werden. Der Rest wird weiter von einem externen Anbieter zugeliefert. 

Lohnenswert: Elektroauto mit eigenem PV-Strom

Wohin mit all dem Strom für den Eigenanteil, wenn man selbst vorbildlich wenig im Haus verbraucht? Elektroautos werden die nächsten Jahre den Automarkt immer mehr bestimmen und entsprechend günstiger in der Anschaffung werden. Die laufenden Kosten des E-Autos sind bei einem angenommenen Strompreis von netto 26 Cent pro kWh durchaus relevant. Wer klimaschonend Strom selbst Solarstrom produziert und klimaschonend fährt, kann hier den eigenen Strom-Überschuss am sinnvollsten für die Eigennutzung verwenden und im Vergleich zu Strom externer Anbieter deutlich sparen. Ein weiterer sinnvoller Einsatz ist z.B. im Falle einer anstehenden Modernisierung zukunftsträchtige Heizungstechnik wie der Strombedarf für eine Wärmepumpe. 

Photovoltaik Direktvermarktung - Ergänzung oder Alternative? 

Aus diesem Grund kann es wirtschaftlich Sinn machen, überschüssigen Photovoltaik-Strom über Direktvermarktung anzubieten. Jahrelang wurde dies lediglich für größere PV-Anlagen ab 60 Kilowatt. angeboten. Inzwischen bieten sogar große Energieversorger wie die EnBW auch Privatkunden mit kleinen Anlagen und noch laufender EEG-Vergütung die Option zur Direktvermarktung ihres Stroms an. Nun könnte das Angebot des sogenannten "virtuellen Kraftwerks Interconnector" auch auf Anlagen-Betreiber mit ausgelaufener EEG-Vergütung erweitert werden. Gesucht wird noch der nötige rechtliche Rahmen durch die Politik, damit eine unkomplizierte und wirtschaftlich sinnvolle Direktvermarktung für den Strom der Betreiber auch kleinerer Anlagen ohne EEG-Förderung möglich wird. 

Anzeige