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Windrad aus der Nähe

Die großen Energiekonzerne aus Nordrhein-Westfalen, E.on und RWE, wollen die RWE-Ökostrom-Tochter Innogy unter sich aufteilen. Die Auswirkungen auf die Preise für Verbraucher werden dabei im Markt sehr unterschiedlich gesehen. Die gute Nachricht: Viele Energiekunden können bereits heute etwas tun, damit Sie zu den Gewinnern gehören.

E.on soll den Geschäftsbereich der Stromnetze und den Endkunden-Vertrieb für Strom übernehmen. RWE würde sich außerdem am einstigen großen Konkurrenten E.on mit ca. 17 Prozent beteiligen.

RWE will sich damit deutlich auf die Stromproduktion fokussieren. Von E.on würde der Geschäftsbereich  mit Gasspeichern und vor allem dem Ökostrom übernommen.

 

Verspätete Energiewende macht Strom-Dinosaurier RWE zum Ökostrom-Riesen

Das Handelsblatt kommt bei seinen Schätzungen auf einen beeindruckenden Wandel, zumindest in Zahlen: RWE könnte demnach mit dieser Entscheidung der drittgrößte Ökostromproduzent in Europa werden.

 Das ist in soweit bemerkenswert, weil RWE bisher zehnmal mehr Strom aus Kohle produziert wie aus Erneuerbaren Energien. Das würde sich zumindest im Verhältnis positiv verändern durch die E.on Windräder in der Nordsee (und übrigens auch in den USA). Zusammen mit der "Power" von Innogy könnten das ca. zehn Prozent des deutschen Ökostrom-Marktes bedeuten.

 

Sinkende oder steigende Strompreise als Resultat?

Die Meinungen zu Preis-Auswirkungen des beabsichtigten Deals gehen noch auseinander. So hofft Klaus Müller von der Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) in seinem Statement im "Handelsblatt. "Innogy ist aber ein eher teurer Grundversorger, darum ist zu hoffen, dass E.on die Strompreise senken wird."

Das mag mittelfristig für die Höhe der Grundversorger-Preise hoffentlich der Trend sein. Doch sicher nur, wenn man vom Markt (sprich: den Verbrauchern) dazu quasi gezwungen wird. Die Auswirkungen für den Einfluss der alten Riesen im neuen Strommarkt sieht der Geschäftsführer des Ökostromanbieters LichtBlick naturgemäß in eine andere Richtung gehend. "Mit der Übernahme von Innogy durch E.on entsteht kein Ökostromkonzern", meint LichtBlick Geschäftsführer Wilfried Gillrath. "Jetzt wird auch die grüne Erzeugung von E.on und Innogy in die Hand von RWE gelegt: Damit entsteht ein Konzern, der auf die Rezepte der alten Energiewelt setzt."

LichtBlick sorgt sich als kleinerer Anbieter, dass neben dem Wettbewerb automatisch auch die Verbraucher betroffen sein könnten: "Hier entsteht ein Megakonzern mit großer Marktmacht. Das gefährdet den Wettbewerb im Strommarkt und könnte auf Dauer zu höheren Strompreisen für die Verbraucher führen", so Gillrath.

 

Warum warten? Sogar nachhaltiger Ökostrom ist oft günstiger als teure Grundversorger

Nach einer Statistik von Check24 entschieden sich immerhin 41,1 Prozent der Verbraucher, die 2017 ihren Stromanbieter über das Portals wechselten, für Basis-Ökostrom. Wirklich nachhaltige Tarife wählten hingegen lediglich 3,5 Prozent. Trotzdem können beide Gruppen im Vergleich zu klassischen Grundversorger-Tarifen schon heute anfangen zu sparen.

Anbieter von Basis-Ökostromtarifen kaufen ihren Strom z. B. aus bereits bestehenden Anlagen im Ausland, ohne maßgeblich in den Neubau sauberer Kraftwerke zu investieren. Dadurch stehen sie in Preisvergleichen oft etwas besser da als die Anbieter nachhaltiger Tarife.

Als nachhaltig werden Stromtarife bezeichnet, deren Anbieter nachweisen, dass sie in signifikantem Umfang die lokale Ökostromproduktion fördern und damit den Anteil an konventionell erzeugtem Strom auf dem Markt verringern. Das gilt z. B. für Tarife mit dem "ok-power-Siegel" oder dem "Grüner Strom-Label". Laut den Berechnungen von Check24 können Familien und auch Einpersonenhaushalte auch mit nachhaltigem Ökostrom im Vergleich zur teuren Grundversorgung Geld sparen.

Unabhängig davon, für welches Konzept man sich persönlich entscheidet: Verbraucher müssen nicht auf die Geschäftsfeld- und Bilanz-Optimierungen der Energiekonzerne warten. Wer im Vergleich zum Grundversorger-Tarif Geld sparen möchte, findet schnell günstigeren Ersatz. Wer zudem statt Basis-Ökotarifen nachhaltige Öko-Tarife sucht, kann diese Unterscheidung im Stromrechner gezielt auswählen. 

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