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thumb fair unfair stift kreuz fot59635445 600pxPreiserhöhungen für den eigenen Stromtarif, das kann Verbraucher verschrecken. Dagegen scheinen zumindest eine Reihe von Stromanbietern eine neue Strategie entdeckt zu haben. Tarnen und verstecken statt klar zu informieren. Darauf sollten Sie achten, damit Sie Ihr Recht auf Sonderkündigung beim Stromversorger nicht verlieren.

 

Stromanbieter müssen auf Preiserhöhungen informieren

Zum Jahreswechsel 2017 haben wieder eine ganze Reihe von Stromanbietern Ihre Tarife erhöht. Darüber müssen Kunden informiert werden. Denn in vielen Fällen haben Sie ein besonderes Recht zur Sonderkündigung. Doch so mancher Energienutzer stellt höhere Abbuchungen fest, ohne sich an eine schriftliche Information zu erinnern. Was ist da los?

 

Vorsicht vor langatmiger "Infopost" des Stromanbieters

Lange Texte mit mehrseitigen Informationen über relativ uninteressante Details und Werbebotschaften des aktuellen Stromanbieters, wer will das schon lesen? Schnell landet da nur kurz überflogene Schreiben im Mülleimer.

Dass sich im seitenlangen Text ein kleiner und unscheinbarer Hinweis über eine anstehende Preiserhöhung versteckt, wird dabei leicht übersehen. Damit verpasst der Stromkunde seine Frist zur Sonderkündigung. "Ab dem 1.x.2017 liegt der Arbeitspreis dann xx Euro/kWh." So oder so ähnlich werden Preiserhöhungen gerne im Fließtext mit vielen weiteren Informationen "versteckt".

Da man als Kunde nicht sicher sein kann, wirklich einmal ein offensichtlich wichtiges Schreiben übersehen zu haben, bleibt dem Stromversorger in der Regel sogar der Groll des Stromkunden erspart. Und die Stromanbieter? Die meinen, ihrer formalen Informationspflicht ausreichend nachgekommen zu sein.

 

Warum machen das einzelne Stromanbieter?

Die Verbraucherzentralen haben eine steigende Zahl an Beschwerden von Stromkunden registriert. Beim Versuch, Preiserhöhungen möglichst unauffällig zu verpacken, fielen dort vor allem einzelne Anbieter auf, die Neukunden mit besonders günstigen Starttarifen für das erste Jahr werben. Die bei vielen Anbietern ähnlich hoch anfallenden Grundkosten für den Einkauf und Vertrieb von Strom müssen aber gedeckt werden. Deshalb kommen vor allem "Schnäppchen-Anbieter" unter den Stromversorgern leicht in Versuchung, alles auszureizen, um ihre Kunden trotz schnell erhöhter Preise länger zu halten.

fair - stift kreuzt unfair durch 

Wie können sich Verbraucher wehren?

  • Nichts verpassen: Die Post des aktuellen Stromanbieters immer genau durchlesen. Auch wenn der Text auf den ersten Blick eher an Werbung erinnert.
  • Bei einer tatsächlichen Preiserhöhung sollte man den Preis mit dem aktuell beworbenen Preis für Neukunden vergleichen. Nehmen Sie dann Kontakt mit Ihrem Versorger auf und verlangen Sie ein entsprechend preislich günstigeres Angebot. Weisen Sie auf Ihren Wechselwillen hin. Ihre Entscheidung bei einer tatsächlichen Kündigung muss aber rechtzeitig, in der Regel spätestens bis zum Wirksamwerden der Preiserhöhung erfolgen.
  • Vorausschauend "sicherheitshalber" kündigen: Wer beim Strompreis auf den Cent schaut und gerne Schnäppchen-Preisen hinterher jagt, sollte sich nach dem Abschluss eines Vertrages einen Termin im Kalender setzen. Dann sollte man die aktuellen "Schnäppchen-Angebote in einem Stromtarif-Rechner vergleichen. Entweder geht dann innerhalb des ersten Jahres bereits die Kündigung raus, nachverhandeln kann man für eine Fortführung des Vertrages meist immer noch. Oder man muss sich entscheiden, zukünftig (siehe Punkt 1) die Infopost sehr sorgfältig zu lesen.
  • Auf hohe Bonus-Zahlungen oder Starttarife im 1. Jahr verzichten. In guten Strom-Vergleichen kann man solche Optionen deaktivieren und trotzdem relativ günstige Angebote finden. Garantien hat man damit zwar keine. Noch informieren aber viele etablierte Stromanbieter relativ transparent über Änderungen bei Tarifen und Preisen. Das spart vielleicht ein paar Cent weniger, doch dafür Zeit und Nerven.
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