Effektiv Energie sparen beim Duschen

So mancher belächelt die Tipps und Aufrufe zum Energie sparen beim Duschen.  Nach dem Motto, abends eine Lampe weniger anschalten spart ja schließlich auch Energie. Stimmt. Aber ein Test macht klar, wo die mit Abstand größten Potentiale zum alltäglichen Sparen von Energie und Kosten für viele Haushalte liegen. 

Stiftung Warentest hat deshalb in der Oktober-Ausgabe 2022 der Zeitschrift test (kostenpflichtiger Artikel) einmal genau nachgemessen und gerechnet, wie man die hohen Energiekosten im Alltag mit einfachen Kniffen verringern kann.

Die gute Nachricht - es geht: Auch ohne teure neue Geräte oder Umbaumaß­nahmen. Mit einigen Tricks und neuen Gewohnheiten lassen sich demnach in vielen privaten Haushalten Strom- und Heizkosten um über Tausend Euro im Jahr senken. Geklärt wird vor allem die Frage, was spart am meisten? Welche Tipps bringen tatsächlich etwas und wie viel kann dabei gespart werden?   

Energie sparen bei Warmwasser: Das bringt den größten Erfolg

Die Hauptblöcke für den Bedarf an Energie speziell im Winterhalbjahr sind offensichtlich: Das Heizen und der Warmwasser-Verbrauch. Einer der effektivsten und schnell einsetzbaren Hebel zum Sparen ist wohl tatsächlich das Duschen. Die dreiköpfige Beispielfamilie im Test steigt dabei einfach auf einen Sparduschkopf um.

Durch ihn laufen nur noch 7 anstatt 14 Liter pro Minute. Die Duschzeit wird zusätzlich um ein paar Minuten verkürzt. Insgesamt spart das in der Durchschnittsbetrachtung laut Stiftung Warentest im Jahr 2633 Kilowattstunden Strom. Jeder duscht noch ein Grad kühler und die Familie kommt mit diesen Maßnahmen auf eine Ersparnis für Energie von 707 Euro im Jahr

Heizen: Effektiv Energie und Kosten sparen - auch für Mieter

Um die Heizkosten zu senken, stieg die Beispielfamilie im Test auf programmierbare Thermostate um. Mit diesen wurde versucht, über die Einstellmöglichkeiten der Thermostate die Temperatur nachts und bei regelmäßigen Abwesenheiten der Familie  zu drosseln. Durch eine zeitweise um 4 Grad niedrigere Temperatur spart die Beispielfamilie so 7 Prozent der Heizkosten und damit ca. 95 Euro.

Diese Umstellung lohnt sich laut den Testern übrigens in weniger gut gedämmten Wohnungen noch mehr als im isolierten Neubau (siehe auch: Heizung sparen und Schimmel vermeiden). Abhängig davon kann sich der Kauf der Thermostate bereits im zweiten Jahr lohnen. Zusätzliche kleineren Maßnahmen im Alltag helfen, zusätzlich Energie zu sparen. Beispielsweise die Nutzung des Ökoprogramms an der Waschmaschine, der Verzicht auf einen Trockner oder das Backen mit Umluft.

Zur Berechnung der Energiekosten ging Stiftung Warentest für den Herbst 2022 von einem Strompreis von 0,34 Euro pro Kilowattstunde und einem Gaspreis von 0,15 Euro pro Kilowattstunde aus. Klar ist, dass die Preise stark in Bewegung sind, weswegen das Ergebnis natürlich nur ein Richtwert sein kann. Zusammengerechnet kommt Stiftung Warentest so für die Beispielfamilie immerhin auf ein potentielles Einsparpotenzial von 1074 Euro im Jahr

Mehr Potential: Steckdosenleisten aus, WLAN nachts deaktivieren, Beleuchtung, mehr Energie sparen geht fast immer. Für Eigentümer lohnt es sich zudem, neben einem hydraulischen Abgleich der Heizung größere Maßnahmen in den Blick zu nehmen. Dämmung, ein neues Heizsystem und eventuell Solar­thermie - viel ist möglich, wenn man die Investition nicht scheut. Siehe auch: Heizkosten Rubrik - Heizsysteme vergleichen