Anzeige

Oft beschleicht Hausbesitzer zu Beginn der Heizperiode ein mulmiges Gefühl, wenn sie ihre altgediente Heizungsanlage wieder auf Winter-Betrieb umstellen. In der Regel gilt, je älter desto störanfälliger. Zudem sind über 20 Jahre alte Heizungen bezüglich der Effizienz oft deutlich im Nachteil im Vergleich mit vielen modernen Anlagen. 

Es lohnt also, sich zumindest rechtzeitig darüber zu informieren, was bei einem baldigen Austausch die beste zukunftsträchtige Technik für die neue Heizung wäre - Gas, Wärmepumpe, Kombi-Lösungen oder regenerative Energieträger? 

Die beste Altbau-Lösung? Keine Heizung für alle

Vom Mehrparteien-Altbau bis zum Siebziger-Jahre Reihenhaus: Wer bisher mit nicht regenerativen Energieträgern wie Öl oder Gas heizt, für den ist die naheliegendste Variante klar. Der Austausch gegen eine neue und besonders effiziente Öl- oder Gas-Brennwertheizung. Abhängig vom Gebäude und der bisherigen Anlage kann schon dadurch bis zu maximal 20 Prozent weniger Brennstoff benötigt werden. Mehr ist sogar noch drin, wenn man eine etwas aufwändigere Kombination mit zusätzlicher Solarthermieanlage wählt. 

Gebäude-abhängige Faktoren beachten für Heiztechnik-Vorteile

Gas-Heizung: Wer bisher mit Öl geheizt hat, kann beim örtlichen Versorger klären, ob ein Gasanschluss in der Straße vorhanden ist. Wenn nein, ist die Möglichkeit und in Folge die Kosten für die Bereitstellung eines Anschlusses zu klären. Sonst scheidet dieser Energieträger in der Regel aus. 

Pellet-Heizungen benötigen größeren Lagerplatz für den Pellets-Vorrat. Zu beachten ist, dass ein von außen befüllbarer Kellerraum dafür frei sein bzw. geräumt werden muss. Das ist meist dann kein Problem, wenn man seinen Öltank sowieso entsorgt. 

Wärmepumpen werden bisher überwiegend im Neubau eingesetzt. Doch es ist hierbei wichtig, die konkreten Gegebenheiten vor Ort zu beachten. Nicht selten ist eine der inzwischen bestehenden Varianten auch für älter Häuser mit vertretbarem Aufwand umsetzbar. Allerdings empfiehlt sich hier noch verstärkt, die Überprüfung der Wärmedämm-Potentiale des Hauses zur Reduzierung des Primär-Energiebedarfs mit Fachleuten genau zu erörtern. 

Solarthermie: Wird als besonders klimafreundliche Lösung oftmals ergänzend zu einem zweiten Energieträger eingesetzt. Spannend wird eine Solar-Heizung zusätzlich durch die damit verbundenen hohe stattliche Förderung beim Austausch der alten Heizung. 

Günstige Anschaffung? Die langfristigen Kosten der Heizung entscheiden mit

Wer heute die Anschaffung einer neuen Heizung für einen größeren Altbau bzw. ein jahrzehntealtes Einfamilienhaus plant, steht vor der Gretchenfrage: Was ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll?

Brennwertheizungen für Gas liegen bei den Kosten der Anschaffung meist günstiger als hybride Lösungen mit Solarthermie. In der Anschaffung noch teils deutlich teurer sind wiederum Heizsysteme wie eine Pelletheizung oder Wärmepumpen.

Doch langfristig haben Heizungen, die Wärme der Sonne oder der Erde nutzen, unschlagbare Vorteile. Langfristig teurer bei den laufenden Kosten könnte ein Verbleib bei Heizungstechnik ausschließlich mit fossilen Energieträgern wie Gas oder Öl in naher Zukunft werden. Durch die künftig steigende CO2- Bepreisung entstehen in naher Zukunft voraussichtlich stetig steigende Kosten für Öl und Gas, die Abgabe beträgt bereits ab 2021 25 Euro pro Tonne,  ca. 66 Euro je 1000 Liter Heizöl. Das kann langfristig allerdings noch deutlich mehr werden. 

Heizsysteme - Anschaffungskosten im Vergleich

Holzpellets - wirklich klimafreundlich heizen?

Holzpellet-Heizungen sind inzwischen eine etablierte Heiz-Technik der erneuerbaren Energien. Das System benötigt allerdings zur Lagerung der Pellets in der Regel mehr Platz, als der bisherige Öltank und erst recht im Vergleich zum Platzbedarf einer Gas-Heizung (Mehr zur Pellet-Heizungstechnik).

Durch das Verbrennen der kleinen Holz-Presslinge erscheint die Technik nicht klimaneutral. Allerdings wird bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 abgegeben, wie der Baum zuvor während seines Wachstums aufgenommen hat. Es würde auch entweichen, wenn der Baum im Wald langsam verrotten würde.

Doch durch die zunehmende Produktion von Holz als Brennstoff ohne die komplette Wiederaufforstung könnte das System . Doch wenn mehr Holz geschlagen und verbrannt wird, als durch entsprechende Aufforstung wieder nachwächst, ist die CO2-Bilanz nicht mehr positiv.

Wärmepumpen - Luft oder Erde? 

Das Heizen mit Wärmepumpen ist hingegen charakterisiert durch höhere Investitionen zum Anfang und relativ geringe Folgekosten. Es wird kein Brennstoff benötigt, allerdings Strom, um die Pumpe in Gang zu halten. (Mehr Infos zu Heizstrom und Wärmepumpen-Systemen)

Es gibt dabei unterschiedliche Systeme. Luft-Wärme-Pumpen arbeiten nach dem Wirkprinzip der kleinen "Verwandten", die jeder in seinem Kühlschrank findet. Andere Systeme nutzen die Erdwärme. Dafür ist einer Erdbohrung für den Einsatz von Erdsonden auf dem Grundstück nötig. Dafür können solche Systeme auch ganzjährig als einziger Wärme-Erzeuger arbeiten. 

Luft-Wärme-Pumpen hingegen benötigen im Winter meist Unterstützung. Das kann der alte Gas-Brennwertkessel sein, ein Elektroheizstab oder auch eine thermische Solaranlage. 

Heizsysteme - Anschaffungskosten im Vergleich

Passende Angebote für Ihre neue Heizung finden 

Hohe Zuschüsse für Solarthermie, Pelletheizung und Wärmepumpe

Solarkollektoren helfen bei der Warm­wasser-Bereitstellung oder unterstützen ergänzend auch noch die Heizung. Der Einbau von Holzpellets-Heizungen,, Wärmepumpen und oder Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen erhalten Zuschüsse über Bafa-Förderungen zum Teil bis zu 35  Prozent der Investitions­kosten.

Für den Austausch einer alten Ölheizung durch eine dieser Heizanlagen kann sich der Zuschuss um weitere zehn Prozent auf dann 45 Prozent der Kosten erhöhen.

Voraussetzung für die Förderung einer Wärmepumpe zum Heizen ist das Erreichen einer bestimmten Leistung, der sogenannten Jahresarbeitszahl von 3,5 in Bestandsbauten bzw. 4,5 im Neubau. Bei den förderfähigen Investitionskosten wird neben dem Einbau der neuen Heizung übrigens auch z.B. die Errichtung eines Lagerraumes für Pellets oder die nötige Entsorgung  eines alten Öltanks berücksichtigt. 

Für die Förderung einer Hybridheizung, z.B. eines Gas-Brennwertkessels mit Solarthermie müssen mindestens 25 Prozent des Jahresheizwärmebedarfs erneuerbar erzeugt werden. Dann kann allerdings sogar die Einrichtung eines neuen Anschlusses für  Erdgas bei der Förderung berücksichtigt werden.

Ölheizung auf Gas wechseln: Die einzige Chance auf Förderung beim Einbau eines neuen Gas-Brennwertkessels wäre hier zumindest eine sogenannte Hybridheizung mit Gas und erneuerbarer Energie, z.B. Solar.

Passende Angebote für Ihre neue Heizung finden 

Alte und neue Ölheizungen - gibt es einen Bestandsschutz?

Wer weiterhin auf Öl setzt, geht ins Risiko. So sieht das ab 01.11.2020 gültige  Gebäudeenergiegesetz beispielsweise vor, dass über 30 Jahre alte Öl-Heizungen unter gewissen Voraussetzungen in Bälde ersetzt werden müssen. Immerhin: Öl-Heizungen, die bis zum Jahr 2025 eingebaut werden, sollen einen Bestandsschutz für 30 Jahre erhalten. (Siehe hierzu: Ölheizungen Effizienz der Anlage optimieren). 

Auch Öl in Kombi mit Solar hilft langfristig nicht wirklich weiter. Ab 2026 sollen solche Hybridheizungen, nur noch in Ausnahmefällen verbaut werden dürfen. 

Heizsysteme - Anschaffungskosten im Vergleich

Anzeige