Anzeige

Über 20 Milliarden Euro zahlen die Kunden derzeit jährlich, um erneuerbaren Strom zu fördern. Jedes Jahr wurden die Preise höher. Mit der Ökoreform, die ab August 2014 in Kraft trat, sollen die Kosten der Energiewende gedämpft werden, der Ökostrom jedoch soll nicht abgeschafft werden. Die Ökoreform hat viele Fragen aufgeworfen. Wird der Strom günstiger? Macht eine private Solaranlage noch Sinn? Was ändert sich dadurch für die industriellen Großfirmen? Dieser Ratgeber gibt die Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Ökoreform.

 

Wird der Strom günstiger?

Günstiger wird der Strom nicht, aber auch nicht teurer. Die Verbraucher zahlen derzeit einen EEG-Zuschlag von 6,24 Cent je Kilowattstunde (weitere Informationen zur EEG Umlage). Dies ist im Gegensatz zu vor zwei Jahren nahezu der doppelte Preis. Jährlich macht das für einen durchschnittlichen Haushalt über 200 Euro aus. Entscheidend für den Strompreis ist, wie hoch er an der Börse verkauft werden kann. Je weniger er einbringt, umso mehr erhöht sich der Preis für die Stromkunden. In diesem Jahr könnte es einen Sondereffekt geben, da die Umlage möglicherweise zu hoch bemessen ist, wodurch sich auf dem Ökostrom Konto die Überschüsse noch häufen.

 

Macht eine private Solaranlage noch Sinn?

Ja, eine Solaranlage ist lohnenswert, da die Kosten für Solaranlagen in den letzten Jahren stark gesunken sind. Der Sonnenstrom ist ebenso für den Hausgebrauch sinnvoll, denn er ist im Gegensatz zum Strom vom Stadtwerk günstiger (weitere Informationen zur Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt). Die Vergütungen für den eingespeisten Strom werden zwar noch einmal leicht angehoben, jedoch werden sie monatlich wieder sinken, was von der Menge der neu gebauten Anlagen abhängt.

 

Wie verhält es sich mit der "Sonnensteuer"?

Der selbst genutzte Strom wird tatsächlich künftig zusätzlich belastet. 40 Prozent der EEG-Umlage müssen entrichtet werden, was derzeit je Kilowattstunde 2,5 Cent entspricht. Auch für größere Solaranlagen in Märkten beispielsweise, neue industrielle Kraftwerke oder kleine Blockheizkraftwerke im Keller gilt dies. Lediglich die kleinen, privaten Solaranlagen auf dem Dach bleiben davon ausgenommen (welche Solaranlagen sind von der Sonnensteuer betroffen).

 

Wie sieht die Zukunft für den Windstrom in Deutschland aus?

Die Anlagen sind günstiger geworden und die Vergütungen wurden gesenkt. Das Gesetz legt nun erstmalig Ausbaukorridore für 500 große Windräder fest. Bei einem überschrittenen Korridor sinkt die Förderung stärker, während sie weniger stark sinkt oder sogar wieder zunimmt, wenn weniger zugebaut wird. Das Ökostrom-Gesetz peilt zur See bis zum Jahr 2020 6,5 Gigawatt an, was sechs Atomkraftwerken entspricht. Diese Zahlen zeigen, dass der Ausbau der Windkraft fortgeführt werden wird, zumindest wenn an Land keine scharfen Abstandsregeln gelten. Die Länder wurden vom Bundestag zu entsprechenden Vorgaben ermächtigt.

 

 Künftige Förderung

Die Betreiber von größeren Anlagen müssen ihren Strom künftig über die Börse vermarkten, wobei der durchschnittliche Börsenpreis als Aufschlag gefördert wird, während es bisher eine fixe Summe pro eingespeister Kilowattstunde war. Dieser Anreiz soll das Reagieren auf Schwankungen der Marktpreise ermöglichen. Die Höhe der Förderungen von neuen Anlagen soll in der Zukunft per Ausschreibung festgelegt werden, was zunächst an Solarparks erprobt werden soll.


Großverbraucher in der Industrie

Für die industriellen Großverbraucher ändert sich fast nichts, da sie von der Ökostrom-Umlage zum großen Teil verschont bleiben. Nur energieintensive Firmen, die auf einer Liste stehen, die neu festgelegt wurde, sollen in den Genuss von Rabatten kommen. Wie hoch die EEG-Umlage sein wird, darüber entscheidet zukünftig der Anteil der Stromkosten.

 

 (Alle Angaben ohne Gewähr)

 

Anzeige

Diese Seite verwendet Cookies (Datenschutzeinstellungen einsehen). Durch den Besuch der Website stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.