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Mit 14.654 Kilojoule Heizwert pro Kilogramm Holz liegt Brennholz deutlich hinter Diesel, Heiz- oder Erdöl mit jeweils ca. 42.000 Kilojoule sowie anderen Energieträgern. Dies ergab eine Messung der AG Energiebilanzen e.V. Als eine der erneuerbaren Energien, die zunehmend gefragt sind, spielt Holz in privaten Haushalten jedoch eine große Rolle.

 

Große Nachfrage kann zu Lieferengpässen führen

Die meiste Haushaltsenergie nutzen Verbraucher zum Heizen. Im Jahr 2012 betrug der Anteil der dafür eingesetzten Energie 70,3 Prozent, wie in diesem Beitrag über erneuerbare Energien zu lesen ist. Die Investition in erneuerbare Energien ist darüber hinaus in den letzten Jahren im Gegensatz zu Heizöl und auch Erdgas deutlich gestiegen. Das bedeutet auch für Brennholz, dass Verbraucher einen insgesamt steigenden Bedarf haben.

Baumärkte, Forstbetriebe, private Holzhändler oder Holzspeditionen bieten Brennholz an und liefern es kostenpflichtig oder gegebenenfalls, wenn der Abnehmer zum Beispiel im Ort ansässig ist, umsonst. Viele Privatleute bilden sich auch fort, statten sich mit Arbeitsgeräten und Schutzkleidung aus und produzieren ihr eigenes Scheit-/Stückholz. Andere zerkleinern sogenanntes Stammholz, das weitaus günstiger als ofenfertige Scheite sind. Für die meisten Holzofennutzer kommt dieser fortwirtschaftliche Aufwand jedoch nicht infrage. Sie bleiben deswegen von der Lieferung des auf ihren Ofen zugeschnittenen Brennholzes abhängig.

Die Nachfrage nach Brennholz schwankt. Sie kann jedoch dazu führen, dass getrocknetes oder auch frisches Brennholz vorübergehend, mitunter sogar monatelang ausverkauft ist. Dies ist vor allem in besonders kalt ausfallenden Herbsten und Wintern der Fall und hängt von den Reserven des Anbieters ab. Kunden, die zu spät bestellt haben, nehmen oft wesentlich teurer gehandeltes Holz in Kauf oder bezahlen hohe Lieferkosten, um nicht leer auszugehen.

Wer Probleme hat, den geeigneten Holzlieferanten zu finden, findet im Netz Hilfe. Unter kaminholz.org etwa entsteht ein deutschlandweiter Kleinanzeigenmarkt, wo Kunden nach regionalen Feuerholz-Angeboten und Gegebenheiten suchen können und weitere Informationen zum Brennstoff Holz erhalten.

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Bild 1: Stammholz selbst zu verarbeiten, kann sich auszahlen, verlangt aber Fortbildungen, Arbeitsmaterial und Zeit.

 

Für den Kamin das geeignete Holz nutzen

Sich über die verschiedenen Holzarten und Lagerbedingungen zu informieren, ist besonders für unerfahrene Kaminnutzer ratsam, denn die handelsüblichen Hölzer haben zum Teil sehr unterschiedliche Eigenschaften. Sie passen daher nicht immer zum eigenen Ofen.

Für alle Heizgeräte gilt, dass nur trockenes Holz mit einer Feuchte von weniger als 25 Prozent darin verbrannt werden sollte. Dadurch brennt das Holz nicht nur besser ab und liefert einen höheren Heizwert, sondern schont auch die Anlage, da Trockenholz weniger Rauch und Emissionen erzeugt. Im Zweifelsfall helfen Feuchtigkeitsmesser aus.

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Sparer kaufen gern frisches Holz, müssen jedoch in der Lage sein, dieses mindestens ein, besser zwei Jahre trocken zu lagern. Eine windige Südseite bietet sich dazu am ehesten an. Das Holz muss dabei abgedeckt bzw. überdacht und auf einer trockenen Unterlage ruhen. Zudem ist es für die Trocknung wichtig, dass ein Abstand zur Wand besteht. Kaminbesitzer sollten sich im Zusammenhang mit Trockenholz über die neue Kleinfeuerungsverordnung (1. BlmSchV) mit dem Ziel der Emissionsminderung informieren.

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Bild 2: Bei sachgemäßer Abdeckung kann das Brennholz auch unter widrigen Bedingungen trocknen bzw. trocken bleiben.

 

Buche hat den besten Heizwert, Birke „Ausstrahlung“

Das Hartholz der Buche besticht nicht nur durch einen besonders hohen Heizwert – etwa 2200 kWh pro Raummeter –, sondern zudem durch eine lange Brenndauer mit wenig Funkenflug. Buche eignet sich daher sowohl für geschlossene als auch offene Feuerstätten. Ihr Holz hat deswegen einen hohen Einkaufspreis. Ein gängiges Angebot liegt bei 80 bis 85 Euro pro Schüttraummeter. Weitere Preisbeispiele sind unter ndr.de zu finden.

Der Einkaufspreis ist im Wesentlichen abhängig von:

  1. der Holzsorte
  2. dem Alter des Holzes
  3. der Schnittlänge (je kürzer, desto teurer)
  4. geringfügig der Jahreszeit

Die durch ihre dicke Rinde auffallende Eiche hat einen geringfügig niedrigeren Heizwert. Dieses Holz knistert sehr stark und stellt eine Gefahr bei offenen Kaminen dar.
Birke eignet sich für beide Kaminbauweisen, ist jedoch besonders für offene Stellen zu empfehlen. Der Grund liegt weniger im geringen Funkenflug als vielmehr in der hellen Flamme und dem angenehmen Duft, den ihre ätherischen Öle verströmen.

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Bild 3: Brennholz hat einen vergleichsweise geringen Heizwert. Kamine wecken jedoch positive Emotionen und steigern daher die Wertschätzung bei den Verbrauchern.

 

Nadelhölzer haben insgesamt auffällig niedrige Brennwerte. Der Heizwert der Fichte beispielsweise liegt bei etwa 1500 kWh. Dieser Unterschied etwa zur Buche, Eiche, Birke oder Esche ist deutlich spürbar. Viele Kunden kaufen dennoch diese Hölzer: Weichholz ist deutlich günstiger und eignet sich zum Anfeuern. Nadelhölzer sollten nur in geschlossenen Kaminen zur Anwendung kommen, da ihre Harze den Wasserdampf am Austreten hindern, sodass der Druck das Holz stark knistern lässt.

Holz in Stückform oder auch die Pellets als Energieträger bleiben angesichts der weltweiten Diskussionen um Öl- oder Gasressourcen auch weiterhin von großer Bedeutung. Dabei müssen Verbraucher sich der Gefahr des Raubbaus an Wäldern, der nicht nur im Ausland vorkommen kann, bewusst sein. Sie können unsachgemäßen Rodungen entgegenwirken, wenn sie bei regionalen Händlern kaufen, die sie konkret zur Herkunft des Holzes befragen können, und sich zusätzlich bei Forstämtern informieren.

Bilder:

Bild 1: © Antranias Pixabay.com – (CC0 1.0)

Bild 2: © moritz320 Pixabay.com – (CC0 1.0)

Bild 3: © Waldkunst Pixabay.com – (CC0 1.0)

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