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EEG Ökostrom-Umlage steigt - Gründe? Ab Anfang 2014 beträgt die Ökostrom-Umlage für die nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vergütete Stromeinspeisung 6,24 ct/kWh. Dies gaben die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) heute bekannt. Derzeit liegt die sog. EEG-Umlage bei 5,277 ct/kWh.

Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 5.000 kWh pro Jahr steigt laut Berechnungen des Vergleichsportals Check24 die jährliche Belastung um rund 57 Euro auf insgesamt 371 Euro brutto.

Die wesentlichen Gründe für den erneuten Anstieg der EEG-Umlage sind nach Angaben der Bundesnetzagentur sowohl die gefallenen Preise an der Strombörse als auch der erfolgte Ausbau an EEG-geförderten Anlagen. Darin seien bei dieser Erhöhung erstmals in nennenswertem Umfang auch Offshore-Windanlagen enthalten.

Den wesentlichen Bestandteil der EEG-Umlage bildet die Differenz zwischen prognostizierten Einspeisevergütungen und Vermarktungserlösen an den Strombörsen. Je niedriger das Börsenpreisniveau ist, desto größer ist die mit der EEG-Umlage zu finanzierende Differenz zu den im EEG festgelegten Vergütungssätzen.

Vor allem die durch Witterungseinflüsse besonders hohe Einspeisung von Photovoltaikanlagen und der unerwartet stark gefallenen Börsenpreise für Strom hat in diesem Jahr zudem für ein Defizit in Höhe von 2,2 Mrd. Euro geführt, was ebenfalls ausgeglichen werden muss.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur sieht durch die erneute Erhöhung zwei Dinge im Fokus: Es bestehe Reformbedarf beim EEG und es bedürfe eines verstärkten Wettbewerbsdrucks, z. B. durch den Wechsel des Energielieferanten, damit die gesunkenen Börsenpreise auch beim Verbraucher ankommen. (Stromtarif-Vergleich)

 

Sinkende Börsenpreise für Strom und Privilegien

Wenn es nach den Produzenten erneuerbarer Energien ginge, dürften die Stromtarife im nächsten Jahr durch den EEG-geförderten Ausbau der Solarstromnutzung und anderer Erneuerbarer Energien nicht mehr nennenswert steigen. Der Ausbau Erneuerbarer Energien macht nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) nur noch 0,15 Cent bzw. rund 15 Prozent am Anstieg der EEG-Umlage aus, lediglich 0,08 Cent davon würden auf die Photovoltaik entfallen. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums hätten sich die durch neue Solarstromanlagen entstehenden Kosten seit 2010 um rund 85 % reduziert.

Nach aktuellen Berechnungen des Bundesverbandes Erneuerbarer Energie geht mit rund 70 Prozent der Löwenanteil der Steigerung auf Ursachen zurück, die nicht mit dem Bau von neuen Wind- oder Solarstromanlagen zusammenhängen:

  • Sinkende Preise an der Strombörse (36 %), die nicht an den Stromverbraucher weitergegeben werden
  • Eine Ausweitung von Industrieprivilegien bei der Umlage der Energiewende-Kosten (33 %).

Das Paradoxe an der Situation ist, dass gerade der Erfolg der Erneuerbaren Energien, den allgemeinen Strompreis sinken lässt, was aber nicht oder nur teilweise bei den Normalverbrauchern ankommt. An den Strombörsen senken sie inzwischen längst auch nachweisbar in beträchtlichem Umfang die Strompreise.

Das Prinzip ist einfach: Die erneuerbaren Energien erhöhen das Angebot an den Strombörsen. Die großen Energieversorger, versuchen natürlich, ihre bestehenden Kraftwerke möglichst lange im Einsatz zu halten. Entstehende Überkapazitäten führen deshalb an den Börsen zu nachlassenden Preisen. Dadurch erhöht sich die Differenz zum garantierten Abnahmepreis für Ökostrom, den die Stromkunden über die EEG-Umlage wieder ausgleichen müssen.

 

 

 

 

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