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Im Jahres-Vergleich - wieder steigende Preise für Strom Die Energiewende ist in der Diskussion - was schafft Abhilfe? Das grundsätzliche Ziel scheinen viele Verbraucher weiterhin zu unterstützen. Doch der Weg dorthin und die Frage, wie die Kosten gerecht verteilt werden, steht im Raum:

69 Prozent der Deutschen finden den Ausstieg aus der Kernenergie trotz höherer Energierechnungen richtig. 28 Prozent finden den Verzicht auf Atomstrom falsch. Dies geht aus einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Herbst 2012 im Auftrag des Nachrichtensenders N24 hervor.

Bei der Entlastung der Verbraucher sehen laut der Umfrage die meisten Deutschen Vater Staat in der Pflicht: 81 Prozent fänden es richtig, wenn die Regierung für Entlastung sorgen würde; nur 16 Prozent meinen, die Bürger müssten die Kosten der Energiewende allein schultern.

Auch verschiedene Verbände wehren sich gegen eine verkürzte Diskussion, die allein für sich genommen noch keine Lösung brächten. So lehnt erwartungsgemäß des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) teilweise in der politischen Diskussion geforderte Mengenbegrenzungen oder feste Ausbau-Quoten für einzelne Technologien in der Energiewende ab. "Gesetzliche Deckel behindern einen sich selbst tragenden Ausbau Erneuerbarer Energien, sind investitionsfeindlich und führen zu massiven Vorzieheffekten. Derartige Schritte treiben die Kosten in die Höhe", warnt BEE-Präsident Dietmar Schütz.

 

Stärkere Einbeziehung der Industrie an den Energie-Kosten gefordert

Nach Ansicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) lässt sich die Bundesregierung sich von einer aufgebauschten Kostendebatte treiben und alles was dem zuständigen Bundesumweltminister einfalle, sei das Ausbremsen der erneuerbaren Energien. Die EEG-Umlage wäre nicht der einzige Grund, warum die Strompreise in den letzten Jahren gestiegen seien. Der Staat und die Energiekonzerne greife vor allem den privaten Stromkunden in die Tasche. Hingegen erhielten Großverbraucher der Industrie Rabatte, die dann alle anderen schultern müssen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger zum Anstieg der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und zu Umweltminister Peter Altmaiers EEG-Reformvorschlägen.

Im Hinblick auf die steigende EEG-Umlage fordert auch der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) eine stärkere Entlastung der Bürger. Das System bekommt jedoch soziale Schieflage, wenn immer mehr Bereiche der Industrie so gut wie keinen Beitrag leisten", so NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Daher sei die von Bundesumweltminister Altmaier angekündigte Überprüfung der Befreiungen von der EEG-Umlage ein positives Signal. Es sei jedoch nicht nachvollziehbar, warum nur der Staat von den steigenden Einnahmen aus der Mehrwertsteuer auf die EEG-Umlage profitiere, ohne die Bürger steuerlich zu entlasten. Vor diesem Hintergrund sei es ein Skandal, dass sich Bund und Länder immer noch nicht auf die geplanten Abschreibungsmöglichkeiten für die energetische Gebäudesanierung geeinigt hätten.

Zudem sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz an sich nicht der Treiber für die steigenden Energiekosten, betont der NABU. Die reinen Förderkosten für Wind- und Solarstrom seien nur für etwa die Hälfte der EEG-Umlage verantwortlich und mit rund sieben Euro pro Monat und Haushalt auch deutlich günstiger als Atom- und Kohlestrom mit all seinen bislang nicht einkalkulierten Folgekosten. "Selbst wenn das EEG komplett abgeschafft würde, würde sich der Strompreis wegen der hohen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und den notwendigen Ersatzinvestitionen für die veralteten Großkraftwerke in Deutschland weiter erhöhen.

 

Änderungen beim Wohngeld für einkommensschwache Haushalte?

Als Reaktion auf stetig steigende Stromtarife und Heizkosten fordern der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Deutsche Mieterbund eine Reform des Wohngeldgesetzes sowie die Übernahme der Stromkosten in Hartz IV.

"Die Preisexplosion auf dem Energiemarkt wurde bei der Berechnung der Leistungen für Familien in Hartz IV bisher in keiner Weise angemessen berücksichtigt", kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen. Nach Berechnungen des Verbandes liegt die im Hartz IV-Regelsatz pauschal berücksichtigte Summe für Haushaltsstrom aktuell je nach Haushaltsgröße um 60 bis 160 Euro im Jahr zu niedrig.

"Energiekosten nehmen inzwischen nicht selten mehr als ein Drittel der Gesamtwohnkosten eines Haushaltes ein. Strom- und Heizkosten dürfen nicht länger bei der Berechnung des Wohngeldes unter den Tisch fallen. Sie gehören zu den Wohnkosten und müssen entsprechend berücksichtigt werden. Dringend erforderlich ist daher die Einführung einer Energiekostenkomponente im Wohngeld", fordert Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes. Der Mieterbund legte hierzu eigens berechnete neue Wohngeldtabellen vor. Das durchschnittlich gezahlte Wohngeld würde dadurch von derzeit 120 Euro auf 160 bis 180 Euro im Monat steigen. Die Gesamtkosten ihrer Reformvorschläge beziffern die Verbände auf rund 790 bis 920 Millionen Euro.

Was kann jeder Verbraucher auch ohne staatliche Regulierung und Hilfe tun? Dort sparen, wo es geht. Das betrifft das Thema Energie sparen in den eigenen vier Wänden und natürlich den Strom-Preis reduzieren, also regelmäßig einen Stromvergleich für Stromanbieter durchführen: Aktuelle Stromtarife vergleichen, entscheiden, wechseln.

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