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Energieeffizienhaus – Was ist das?

Der Begriff Energieeffizienzhaus ist in aller Munde, aber was bedeutet er genau? Eingeführt wurde die Bezeichnung für Gebäude mit einem niedrigen Energiebedarf, insbesondere inklusive effizienter Heizanlage sowie einem geringen CO²-Ausstoß. Von außen ist die besondere Art der Häuser nicht erkennbar, im Inneren sieht es jedoch anders aus:

Geeignete Dämmung findet sich in den Wänden, den Böden und im Dach. Darüber hinaus ist das Gebäude luftdicht errichtet. Eine zentrale Lüftungsanlage sorgt für den Austausch von Ab- und Frischluft. In der Regel wird mit einer Kombination aus Solarenergie und einem Gas-Brennwertkessel geheizt. Häufig kommen Pellet-Holzheizkörper oder Wärmepumpen zur Heizkostensenkung zur Anwendung. Zur Verringerung des Verbrauches von elektrischer Energie werden die Wasch- und die Spülmaschine mit dem zentral aufgeheizten Wasser versorgt.

Rund um energieeffiziente Neubauten

Heutzutage ist energieeffizientes Bauen ein Muss: In Deutschland gibt es strenge Richtlinien, was die Dämmeigenschaften und jährliche Primärenergie betrifft. Diese sind durch die EnEV (Energieeinsparverordnung) geregelt. Regelmäßig werden die Standards verschärft, mit Stand 2019 entsprechen sie dem KfW-Effizienzhaus 55. Wird nach den dortigen Empfehlungen gebaut, benötigt das Gebäude 45% weniger Primärenergie als vergleichbare Neubauten. Zum Einsatz kommen beispielsweise

  • Zentrallüftung inklusive Wärmerückgewinnung,
  • eine relativ dicke Dämmung,
  • dreifachverglaste Fenster und eventuell Türen,
  • Warmwasserbereitung und Heizmöglichkeiten mit regenerativer Energie,
  • Ausrichtung des Hauses nach der Sonne.

Förderung durch die KfW

Zu den führenden Förderbanken weltweit zählt die KfW, die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Als Anstalt des öffentlichen Rechts, somit als eine öffentliche Institution, erfüllt diese eine gesetzlich festgelegte Aufgabe. Diese hält folgende Konditionen für den Neubau eines KfW-Effizienzhaus-55 bereit:

  1. Kredit je Wohneinheit 100.000 Euro
  2. Tilgungszuschuss in Höhe von 5% der Darlehenssumme, bis zu 5.000 Euro je Wohneinheit

Zum Vergleich, bei einer Altbausanierung stellen sich die Zahlen wie folgt dar:

  1. Kredit je Wohneinheit maximal 100.000 Euro
  2. Tilgungszuschuss in Höhe von 27,5% der Darlehenssumme, bis zu
    27.500 Euro je Wohneinheit
  3. Investitionszuschuss in Höhe von 30% der förderfähigen Kosten, maximal 30.000 Euro je Wohneinheit

Hausfassade mit GartenVon außen unterscheiden sich Effizienzhäuser optisch meist nicht von herkömmlichen Gebäuden.

Energieeffizientes Bauen ist im Hinblick auf den Klimawandel empfehlenswert

Der Bau eines neuen Hauses ist immer eine kostspielige Angelegenheit. Für manche Menschen stellt es möglicherweise die teuerste Investition im Leben dar. Größe, Ausstattung und Komfort spielen eine wichtige Rolle, oft wird in Sachen Effizienzmaßnahmen gespart. Dies rechnet sich aber nur im ersten Moment, später erwarten den Bauherrn eventuell hohe Sanierungs- und Betriebskosten.

Gerade in Bezug auf die zu erwartenden Energiepreissteigerungen können Hauseigentümer gewinnen. In Anbetracht der stetig strengeren Standards der EnEV sollte sich jeder zukünftige Hausbesitzer überlegen, auf eine höhere Energieeffizienz als die derzeitig Festgelegte zu achten. Nacharbeiten erfordern generell höhere Ausgaben als wenn bereits beim Neubau bestmögliche Maßnahmen getroffen werden.

Ein Passivhaus beispielsweise erfordert zwar in der Regel höhere Baukosten, jedoch benötigt es nur circa 50 Prozent der Energie, die in den zurzeit bestehenden Richtlinien gefordert ist. Bei einem Effizienzhaus liegt die Energieersparnis bei etwa 25 bis 30 Prozent. Letztendlich sollte man immer im Auge behalten, dass die Bundesregierung einen klimaneutralen Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 plant. Um das Ziel zu erreichen, sind im Laufe der Zeit weitere Verschärfungen zu erwarten.

Wichtig ist, dass entsprechende Effizienzmaßnahmen im Rahmen eines einheitlichen Konzepts aufeinander abgestimmt sind. Das willkürliche Einbauen oder Nachrüsten einzelner Elemente ist selten von Erfolg gekrönt.

 

Positive Eigenschaften von Passivhäusern

Passivhäuser erreichen eine hervorragende Ökobilanz. Im Vergleich:

  • Ein ungedämmter Altbau sorgt jährlich für einen CO²-Ausstoß von 30 bis 60 Kilogramm pro Quadratmeter.
  • Ein Passivhaus hingegen stößt im Jahr 2 Kilogramm pro Quadratmeter an CO² aus.

Sie verfügen über eine ähnliche Funktion wie wir sie von Thermosflaschen kennen: Die Wärme im Inneren wird durch eine dicke, dämmende Hülle nahezu komplett gespeichert. Diese wird nicht zusätzlich erzeugt, sondern stammt automatisch aus dem Haushalt. Damit das gelingt, sind die Passivhäuser luftdicht konzipiert, sodass keine Wärme unkontrolliert entweichen kann. Eine integrierte Lüftungsanlage trägt Sorge dafür, dass ein Austausch zwischen Frisch- und Raumluft stattfindet. Fast keine Wärme geht dabei verloren, die dem Haus zugute kommt.

Für Warmwasser und eventuelles zusätzliches Heizen an besonders kalten Tagen sorgen regenerative Quellen wie Wärmepumpen oder Solarenergie. Der Primär-Energiebedarf liegt zum Beispiel in Bezug auf den Heizwärmebedarf bei jährlich nur 15 Kilowattstunden je Quadratmeter.

Nachteile eines Passivhauses

  • in der Regel höhere Investitionskosten
  • die Regulierung der Warmluft in einzelnen Räumlichkeiten ist aufwendiger
  • wenig Luftfeuchtigkeit im Winter
  • heizt sich durch viele Menschen oder Sommerwärme ungewollt leicht auf
  • die Lüftungsanlage funktioniert bei Stromausfall nicht
  • häufige Installationsfehler im Bereich der Lüftungstechnik
  • eine regelmäßige Kontrolle der verbrauchten Energie ist erforderlich

Vorteile eines Passivhauses

  • im Vergleich zu Altbauten 90 Prozent niedrigere Heizkosten
  • 4.000 Kilogramm geringerer CO²-Ausstoß als bei herkömmlichen Häusern
  • von Energie-Preissteigerungen weitgehend unabhängig
  • weniger Nebenkosten für Mieter
  • Bauteile sind aufgrund des Luft- und Feuchtigkeitsschutzes länger haltbar
  • ist die Dämmung korrekt ausgeführt, besteht ein kleineres Risiko an Schimmelbefall
  • die Wärmedämmung verbessert gleichzeitig auch den Schallschutz
  • durch das Einsparen einer Heizungsanlage sind die Baukosten geringer
  • weder ein Schornstein noch Lagerraum für Brennstoffe werden benötigt
  • es entsteht keine Zugluft, zudem sind die Wände warm
  • starker Einfall von Tageslicht
  • Frischluft-Filter sorgen für ein gesundes Raumklima

Ein Passivhaus ist in jedem Fall eine gute Tat für die Umwelt. Ob es sich finanziell allerdings lohnt, ist von verschiedenen Faktoren wie der Nutzungsdauer, der Energiepreisentwicklung oder dem Standort (Stichwort: Sonneneinstrahlung für Solarenergie) abhängig.

 

Fazit

Wer von Beginn an für eine hohe Energieeffizienz sorgt, spart in der Zukunft Ausgaben für eventuell anstehende Nacharbeiten und Sanierungen ein und kann Energiepreissteigerungen gelassener entgegensehen. Wird ein Objekt allerdings nur für einen vergleichsweise kurzen Zeitraum genutzt, ist eine entsprechende Sanierung teurer, da sich ein Energieeffizienzhaus meist erst nach vielen Jahren finanziell rechnet.

(Bilder: Pixabay.com © Hausdach pasja1000 CCO Public Domain, Haus mit Garten © paulbr75 CCO Public Domain)

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